Innovativ denken

Okt. 4, 2026 | Aktuelles

Mehr Demokratie, mehr bezahlbarer Wohnraum, mehr Angebote für Kinder und Jugendliche, mehr Ehrenamt, mehr Platz für Kunst im öffentlichen Raum: Auf diesen Nenner kann man die Botschaften der drei Interview-Partnerinnen von Moderatorin Ursula Gormanns beim achten Benefiz-Talk PLAUSCH AUFE COUCH bringen. Frauke Dehning-Marwedel, Rita Kratzenberg-Selk und Edith E. Stefelmanns bleiben in der 8. Auflage des von der SPD veranstalteten Benefiz-Talks im bis auf den letzten Stuhl besetzten Bistro Falko keine Antwort schuldig.

Für Frauke Dehning-Marwedel sind vor allem die Kinder die Zukunft der Stadt. Die Presbyteriums-Vorsitzende der Evangelischen Kirchengemeinde in Kempen verrät einem staunenden Publikum, wie ihre Gemeinde das Kunststück geschafft hat, in der heutigen Zeit knappen Geldes einen Kindergarten wie die kürzlich eröffnete Ev. Kita Himmelblau zu bauen. Dafür brauche es aber, so die langjährige Leiterin von Eltern-Kind-Gruppen im Jugendheim ihrer Gemeinde, mehr ehrenamtliches Engagement, vor allem bei jüngeren Menschen.

Volle Zustimmung diesbezüglich bei Rita Kratzenberg-Selk. Im gemeinsamen Ziel einer sozial gerechten Gesellschaft müssen sich mehr Menschen für unentgeltlichen freiwilligen Einsatz finden, so die Ärztin, seit Ende 2025 Parteivorsitzende der Kempener SPD. Damit die Thomasstadt wieder wachse, sollte die Stadt mehr bezahlbaren Wohnraum schaffen und in Neubaugebieten wie Kempen-West nicht so stark auf schmucke Einfamilienhäuschen setzen, sondern auf Mehrgeschossbau. Als Ärztin, die jedes Jahr in Kempen angefahrene Unfallopfer aus dem Straßenverkehr behandeln muss, wünscht sie sich ferner weniger Tempo für Autofahrer und mehr Platz für die schwächeren Verkehrsteilnehmer Fußgänger und Radfahrer.

Auch hier eifriges Nicken von Edith E. Stefelmanns. Sie hat das Kunstwerk geschafft, im Team mit Gilbert Scheuss vom Verein Denk-mal-an-Kempen und finanzieller Unterstützung des Lions Club Kempen die Kreisbank-Skulptur des Künstlers Katsuhito Nishikawa  nach 15-jähriger Abstinenz wieder in den Burgpark zu platzieren. Die Künstlerin erinnert an das im Jahr 1994 aus Anlass des 700-jährigen Stadtjubiläums ins Leben gerufene Projekt Skulpturen-Weg für den Altstadt-Grüngürtel. Davon seien  bislang lediglich vier von angedachten zwölf Kunstwerken realisiert worden. „Es gibt also noch einiges zu tun für Kunst im öffentlichen Raum in Kempen“, so Edith Stefelmanns.

Gemeines Interesse aller drei Interview-Partnerinnen ist der demokratische Zusammenhalt der Gesellschaft, so betonen sie unisono am Mikrophon von Ursula Gormanns. Edith Stefelmanns ist sogar Gründungsmitglied der Kempener Initiative Demokratie-gerade-jetzt, in der sich auch Rita Kratzenberg-Selk im Vorstand engagiert. Applaus am Ende eines kurzweiligen PLAUSCH-Abends, als alle Drei die Steilvorlage von Ursula Gormanns dick unterstreichen für eine gute Kempener Zukunft: innovativ denken.

Der Erlös aus dem Sparschwein – 350 € - geht an die Ev. Kita Himmelblau.